Personenzählung per Edge-Analyse oder auf dem Server?

Drei Architekturen nebeneinander: Analyse in der Kamera, auf einem lokalen Server und in der Cloud. Was jeweils das Gerät verlässt, was der Betrieb kostet und was passiert, wenn das Netz ausfällt.

Was über das Netz läuft
In der KameraEdge-Analysenur Zählwerte
Lokaler ServerVideoanalyse auf dem ServerVideostrom
CloudPlattform des AnbietersDaten außer Haus
Überblick

Drei Architekturen im Vergleich

Bei der Personenzählung per Edge-Analyse wandert die Personenzählung dorthin, wo das Bild entsteht. Die Alternativen bringen das Bild dorthin, wo die Analyse läuft.

In der KameraLokaler ServerCloud
Wo das Bild ausgewertet wirdIn der KameraAuf einem Server in Ihrem GebäudeIm Rechenzentrum des Anbieters oder auf einem Sensor, der dorthin meldet
Was über das Netz läuftFertige ZählwerteStändige VideoströmeZählwerte oder Bilder, je nach Produkt
Zusätzliche HardwareKeineServer, Speicher, LizenzenOft ein Gateway oder ein eigener Sensor
Internet nötigNeinNeinJa
Wer es betreibtDie KameraIhre ITDer Anbieter
Daten

Was jeweils das Gerät verlässt

In der Kamera

Zahlen

Bei der Videoanalyse in der Kamera wird das Bild im Speicher der Kamera ausgewertet und verworfen. Gespeichert werden nur Zählwerte, und die verlassen die Kamera erst, wenn Sie sie abholen. So arbeitet Vicodis als ACAP.

Lokaler Server

Video

Bei der Personenzählung über Videotechnik auf einem Server geht der volle Videostrom an den Server. Das Bild verlässt die Kamera, läuft durch das Netz und wird woanders verarbeitet – und oft gespeichert.

Cloud

Daten außer Haus

Je nach Produkt verlassen Zählwerte, Metadaten oder Bilder das Gebäude und werden von Dritten verarbeitet, nach deren Vertragsbedingungen und in deren Rechenzentren. Siehe den Vergleich mit Cloud-Personenzählern.

Was das für den Datenschutz bedeutet, steht unter Personenzählung und DSGVO. Eigene Sensoren ohne Kamerabild vergleicht die Seite 3D-Personenzähler.

Infrastruktur

Netzlast und Infrastrukturkosten

Ein Videostrom für die Analyse braucht typischerweise mehrere Megabit pro Sekunde, rund um die Uhr, für jede Kamera – dazu einen Server, der alle gleichzeitig dekodieren und auswerten kann. Ein Zählwert braucht ein paar Byte, wenn jemand die Linie quert.

Zählen in der Kamera braucht deshalb keinen zusätzlichen Server, keinen zusätzlichen Speicher und kein verstärktes Netz. Die Rechenleistung steckt schon in der Kamera, die Sie gekauft haben.

Je Kamera, rund um die Uhr
Videostrom zum Servermehrere Mbit/s
Zählwerte aus der Kamerawenige Byte je Querung
Server-Hardwarenicht nötig
Ausfall

Was passiert, wenn die Verbindung abreißt

Wird woanders gezählt, bedeutet ein Netzausfall eine Lücke in den Zahlen – es sei denn, das Produkt puffert lokal. Wird in der Kamera gezählt, braucht es die Verbindung nur, um die Ergebnisse abzurufen.

  • In der Kamera: Die Zählung läuft weiter und wird lokal gespeichert; nichts geht verloren.
  • Lokaler Server: kein Strom, keine Zählung – die Lücke bleibt.
  • Cloud: je nach Produkt; viele puffern eine Weile, manche nicht.
Betrieb

Wartung und Updates

Ein Server braucht ein Betriebssystem, Sicherheitspatches, Datensicherungen und irgendwann einen Austausch. Einen Cloud-Dienst pflegt der Anbieter, gekoppelt an das Abo. Eine App auf der Kamera wird wie die Firmware der Kamera aktualisiert: ein Paket je Gerät, das Werkzeuge wie AXIS Device Manager auf viele Kameras gleichzeitig verteilen können.

Vicodis ist eine solche App – siehe den Vicodis Besucherzähler, und für Standorte ganz ohne Internet den Personenzähler ohne Cloud.

  • Kamera-App: ein Paket je Kamera, Daten und Lizenz bleiben.
  • Server: Betriebssystem, Patches, Sicherungen, Hardwarezyklus.
  • Cloud: übernimmt der Anbieter, gebunden an das Abo.
FAQ

Fragen zu den Architekturen

01

Was ist Edge-Analyse bei der Personenzählung?

Edge-Analyse heißt, dass das Video dort ausgewertet wird, wo es entsteht, also in der Kamera statt auf einem Server oder in der Cloud. Bei der Personenzählung erkennt der Prozessor der Kamera Personen und zählt Linienquerungen; nur die Ergebnisse verlassen das Gerät. Vicodis nutzt diesen Ansatz als ACAP-Anwendung auf Axis-Kameras.

02

Ist Videoanalyse auf dem Server manchmal die bessere Wahl?

Ja, wenn Sie Auswertungen brauchen, die eine Kamera allein nicht leisten kann, etwa die Verknüpfung vieler Kameras oder schwere Modelle auf älteren Kameras ohne KI-Rechenkern. Der Preis sind ein ständiger Videostrom zum Server, ein Rechner, der betrieben und gepflegt werden muss, und Bilddaten, die die Kamera verlassen.

03

Braucht die Zählung in der Kamera eine besondere Kamera?

Sie braucht eine Kamera mit KI-Rechenkern, auf der AXIS Object Analytics läuft, also Axis-Kameras mit ARTPEC-9, ARTPEC-8 oder CV25. Viele Kameras, die in den letzten Jahren installiert wurden, erfüllen das bereits. Ältere Modelle ohne solchen Rechenkern können die Analyse nicht in der Kamera ausführen und müssten ersetzt werden.

Wie viele Besucher hat Ihr Eingang wirklich?

Nennen Sie uns Ihr Kameramodell oder Ihr Projekt – wir prüfen die Eignung und melden uns mit einem konkreten Vorschlag.